Der Ferrari Testarossa gilt als Ikone der 1980er – ein flacher, breiter, kantiger Supersportler mit einem unverkennbaren Design und einem Zwölfzylindermotor!
Doch was passiert, wenn man genau dieses Geschoss in die Hände eines französischen Künstlers und Tuners legt?
Danton Ferrari Testarossa
Ein Tuner, der sich mehr für postapokalyptische Optik als für die typische Ferrari-Tradition interessiert? Man erhält einen Sechsrad-Testarossa, der aussieht, als käme er direkt aus „Mad Max: Fury Road“.
Der Mann hinter der automobilen Anarchie ist Danton, Gründer von Danton Arts Kustoms – ein Künstler, Schrauber und Rebell aus der französischen Ardèche. Ständig erschafft er groteske Umbauten, die mehr Kunst als Auto sind. Und der Testarossa ist zweifellos sein bisher radikalstes Werk.
Ferrari wird zerlegt – bis aufs Blech
Als Basis diente ein heruntergekommenes Exemplar, das dem US-Tuner Richard Rawlings gehörte. Der Sportler war also kein Sammlerstück mehr. Danton nahm sich die Freiheit, den Klassiker komplett zu entkernen – inklusive des 12-Zylinders, der durch einen Chevrolet LT4 Small Block ersetzt wurde.
Nach einem Tuning durch Katech Performance leistet der V8 jetzt irre 1200 PS. Zur Einordnung: Das originale Aggregat im Testarossa kam auf etwa 390 PS. Der neue Motor übertrifft das Original also um das mehr als Dreifache – eine brutale Leistungsexplosion, die durch ein komplett neues Fahrwerk und „Vierradantrieb“ hinten kontrollierbar gemacht werden soll.
Und auch das Lenksystem, die Dämpfer und die komplette Geometrie des Fahrzeugs wurden neu entwickelt. Und wer dabei glaubt, Danton hätte nur ein paar Teile verbaut und fertig, der liegt falsch: Hier wurde konstruiert, geschnitten, geschweißt – und komplett neu gedacht.
Sechs Räder und ein Stilbruch mit Ansage
Das auffälligste Merkmal ist natürlich die Anzahl der Räder: sechs Stück, davon vier an der Hinterachse. Dabei setzt Danton auf eine verlängerte Karosserie mit den zwei zusätzlichen Rädern hinten.
Die Schlappen ragen etwa 10 cm über die hinteren Kotflügel hinaus und verleihen dem Italiener einen aggressiven Look. Und auch der Rest ist völlig neu interpretiert. Die Frontpartie ist radikal verändert – die eigentlichen Klappscheinwerfer sind weg, ersetzt durch ein glattes Blech mit martialischen Lufteinlässen und Kiemen.
Die Seitenteile wirken zudem besonders fett und schwer und der gesamte Look ist kantig, massiv und zudem extrem tief. Das eigentliche Ferrari-Design blitzt zwar noch durch – etwa an der Dachlinie und im Grundriss – doch der Gesamteindruck erinnert eher an ein Monster aus einem dystopischen Film.
Mad Max lässt grüßen
Und auch im Interieur bleibt nichts original. Statt Ferrari-Sitzen und Lederlenkrad gibt es Recaro-Schalensitze, ein Momo-Sportlenkrad und einen massiven Schalthebel. Das Armaturenbrett zeigt aber zumindest noch die typischen Lufteinlässe des Testarossa mit horizontalen Rillen – ein stilistischer Gruß an die Vergangenheit.
Und ein weiteres Detail: Die Sportendrohre der Auspuffanlage sind in Militärfarbe lackiert und zudem sind sie in einem maßgeschneiderten Diffusor eingefasst. Die Rückleuchten stammen übrigens nicht vom Testarossa, sondern von einem Ferrari 355 – sie sind in zwei Dreiergruppen angeordnet, die durch ein Gitter abgedeckt sind.
Technik-Fakten im Überblick
- Motor: Chevrolet LT4 Small Block V8, getunt durch Katech Performance
- Leistung: 1.200 PS
- Antrieb: Zwei Räder vorn, vier Räder hinten, mit Vierradantrieb
- Umbau: Komplettes Chassis, Fahrwerk, Lenksystem, Bodykit
- Optik: Militäroptik, Custom-Karosse, aggressive Linienführung
- Innenraum: Recaro-Sitze, Momo-Lenkrad, neues Armaturenbrett
Ein solcher Umbau würde hierzulande niemals eine Straßenzulassung bekommen. Aber in den USA ist der Testarossa tatsächlich „street legal“ – zumindest in einigen Bundesstaaten. Der finale Auftritt wird vermutlich auf der nächsten SEMA-Show in Las Vegas stattfinden – dem Mekka für Tuning-Exzesse und automobile Exzentrik.
Fazit: Kunst, Wahnsinn oder einfach nur irre?
Ob man das Ergebnis als Sakrileg oder als Kunstwerk sieht, liegt im Auge des Betrachters. Fest steht: Der Testarossa mit sechs Rädern ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn ein kreativer Geist auf einen Klassiker trifft – und keine Angst hat, die Regeln zu brechen. Bild- und Videonachweis/Quelle: Danton Arts Kustoms








